Besucher- und Informationszentrum Berlin

Wettbewerb 2016, 2. Phase

 

Der Eingang zum Reichstag soll aus logistischen und sicherheitstechnischen Gründen vorgelagert werden. Ein neues Eingang- und Besuchergebäude mit einer unterirdischen Verbindung zum Reichstag sollte geplant werden. Die Ausgangssituation bedarf einer klaren Kennzeichnung und einer selbstverständlichen Wegeführung. Eine expressive Kubatur, markante Materialien, sowie eine prägnante räumliche Sequenz bilden das architektonische Leitsystem mit einem einladenden Foyer als zentralem Gelenkstück. Indem sich der nächste Schritt jeweils frühzeitig ankündigt, werden die Besucher vom Vorplatz über den überdachten Vorbereich, die Sicherheitskontrolle, das Foyer mit der großen Treppenanlage und den Verbindungstunnel bis zum Eingangsportal des Reichstags geführt.

Das Gebäude ist als geschlossener 9 Meter hoher Quader, schwebend oberhalb eines leichten und transparenten Erdgeschosses konzipiert. Mit einer langen und gradlinigen Traufe vermittelt die Kubatur Großmaßstäblichkeit und zeigt bewusst Präsenz am Platz der Republik. Seine Ausrichtung übernimmt das BIZ von seinen Nachbarn am Platz. Es fügt sich somit selbstverständlich in das städtebauliche Ensemble ein. Das BIZ hat keine Rückseite und wirkt von allen Richtungen einladend. Durch das offene Erdgeschoss und die allseitige Verglasung fließt der Parkboden in das Gebäude hinein. Durch den Überstand des Obergeschosses werden einladende und witterungsgeschützte Bereiche am Ein- und Ausgang geboten.

Der Kontrast zwischen offen und geschlossen bestimmt den architektonischen Ausdruck des Gebäudes. Der Morphologie des Gebäudes entsprechend werden unterschiedliche Materialien für die unterschiedlichen Geschosse verwendet. Die besondere Bedeutung des offenen Erdgeschosses als Empfangsraum und Gelenk wird durch die einheitliche Auskleidung mit gebürsteter Baubronze der Decke und des Bodens, sowie des Kerns und der Fensterprofile hervorgehoben. In Kontrast zur Offenheit des Erdgeschosses erscheint das Obergeschoss als ein geschlossener Quader. Eine umlaufende Schale aus filigranen Betonfertigteilen unterstreicht den Ausdruck eines abstrakten, erhabenen Volumens.

 

In Zusammenarbeit mit +4930 Architekten.

Tragwerksplanung: B+G Ingenieure – Bollinger und Grohmann GmbH

Haustechnik: ZWP Ingenieur-AG

Brandschutz: hhpberlin – Ingenieure für Brandschutz GmbH

Freiraumplanung: Studio RW und Büro Planland